Töchter der Aufklärung. Ideengeschichtliche Grundlagen von Feminismus und Zionismus
Gegen Rassismus und Antisemitismus
Vortrag mit Deborah Eller
25.11.26 | 19 Uhr | Raum wird noch bekannt gegeben
Debatten über Zionismus und Feminismus werden heute oft entlang verhärteter politischer Frontlinien geführt. Dieser Vortrag schlägt eine andere Perspektive vor: Er richtet den Blick auf die ideengeschichtlichen Grundlagen beider Bewegungen.
Ausgehend von der These von Einat Wilf und Shany Mor, dass Feminismus und Zionismus „Töchter der Aufklärung“ sind, untersucht der Vortrag ihre gemeinsamen Ursprünge in jenem intellektuellen Bruch mit einer als gottgegeben verstandenen, hierarchischen Ordnung. Beide Bewegungen entstanden aus dem Anspruch, das scheinbar Unveränderliche – die Unterordnung von Frauen wie auch die politische Ohnmacht von Jüdinnen und Juden – nicht länger als Schicksal hinzunehmen, sondern als veränderbare gesellschaftliche Verhältnisse zu begreifen.
Vor diesem Hintergrund wird die Rolle feministischer Frauen innerhalb der zionistischen Bewegung beleuchtet: von frühen Aktivistinnen bis hin zu zeitgenössischen Stimmen in Israel. Während ähnliche Motive in beiden Bewegungen beobachtbar sind, zeigt der Vortrag auch, dass emanzipatorische Vorkämpfer nicht gleichzeitig die Erkenntnis aller Herrschaftsverhältnisse verbuchen, wie der Kampf zionistischer Frauen gegen die Misogynie männlicher Mitstreiter verdeutlicht.
Debora Eller ist Soziologin und Publizistin. 2025 gab sie den Sammelband „Das Subjekt Frau“mitheraus. Außerdem publiziert sie zu den Themen feministische Theorie, Kritik des Antisemitismusund Psychoanalyse.
